Steigende Abwicklungskosten

Um insgesamt 2,5 Milliarden Euro werden ab 2019 die Belastungen für den Straßengüterverkehr in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr steigen. Dies ist das Ergebnis des vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Auftrag gegebenen neuen Wegekostengutachtens (WGK). Bereits die regionale Ausweitung der LKW-Maut auf das gesamte 40.000 km umfassende Fernstraßennetz zum 1. Juli 2018 wird einen enormen Kostenschub in Höhe von 2 Milliarden Euro auslösen.

1.) Mauterweiterung ab 1. Juli 2018
Insgesamt einschließlich der Autobahnen werden 52.000 Straßenkilometer mautpflichtig. Es werden somit auch die Fahrzeuge erfasst, die bisher ihre Transportleistungen zu überwiegenden Teilen nicht auf deutsche Autobahnen erbracht haben. Nach ersten Einschätzungen entstehen für diese Fahrzeuge jährliche Kostensteigerungen bis zu 8.000 Euro pro Jahr.
Bei der letzten Mauterweiterung im Oktober 2015 durch Einbeziehung der Fahrzeuge ab 12 Tonnen Gesamtgewicht wurde ein Gutachten von Prof. Dr. Dirk Lohre (Steinbeis Beratungszentrum Forwarding and Logistics Center) erstellt. Daher wird Herr Prof. Lohre auch für die Mauterweiterung auf das gesamte Fernstraßennetz ein Gutachten erstellen, welches insbesondere auch die Auswirkungen auf die Stückguttransporte aufzeigt.
Nach aktuellen Schätzungen werden die Frachtkosten im Stückgutbereich zwischen 2 und 7 Prozent steigen. Dies ist abhängig von den Sendungsgrößen und Sendungsstrukturen.
Mit allen Kunden werden wir in den nächsten Wochen Gespräche aufnehmen, um Frachtanpassungen zu vereinbaren.

2.) Anpassung der Mautsätze ab dem 1. Januar 2019
Das Bundesverkehrsministerium hat am 17.04.2018 das neue Wegekostengutachten 2018 bis 2022 zur Berechnung der LKW-Maut veröffentlicht. Es führt die Methodik des zurückliegenden Wegekostengutachtens für die Jahre 2014 bis 2017 fort. Neben der Berechnung der Infrastrukturkosten werden die externen Kosten aus Luftverschmutzung und Lärmbelastung ermittelt und ein einheitlicher kalkulatorischer Zinssatz festgelegt. Danach ist mit der nächsten Mautkostensteigerung von ca. 25 Prozentzu rechnen. Insgesamt entsteht ein Kostenschub von 500 Millionen Euro.
Somit wird die nächste Preisanpassung ab dem 1. Januar 2019 notwendig sein.

3.) Abwicklungskosten im Stückgutmarkt um 7,6 Prozent gestiegen
Der Deutsche Speditions-und Logistikverband (DSLV) sowie mehrere namhafte Speditionskooperationen haben Prof. Lohre (ForLogic) beauftragt, die Kostensteigerungen im Stückgutmarkt für die zweite Hälfte des Jahres 2017 festzustellen.
Das Gutachten wurde am 03.05.2018 veröffentlicht und kommt zu dem Ergebnis, dass in dieser Zeit die Abwicklungskosten im Stückgutmarkt um 7,6 Prozent gestiegen sind im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2016.
Vor allem die Entwicklung der Personalkosten war im zweiten Halbjahr 2017 verantwortlich für den deutlichen Anstieg der sendungsbezogenen Prozesskosten.
Mit einem Anstieg um 12,2 Prozent pro Sendung liegen die Personalkosten deutlich vor der Kostenentwicklung des Treibstoffs (plus 4,5 Prozent). Hier wurde der Mangel an qualifizierten Berufskraftfahrern sowohl im Fernverkehr,als auch im regionalen Verteilerverkehr der Stückgutnetze deutlich spürbar.
Die Kosten im Stückgutmarkt werden mit Sicherheit in der ersten Jahreshälfte 2018 noch deutlicher steigen, denn die Dieselpreise sind im Vergleich zum Mai 2017 inzwischen über 15 Prozent gestiegen.
Die Fahrersituation ist noch angespannter geworden, so dass weiterhin im Personalbereich hohe Kostensteigerungen zu erwarten sind.

Das komplette Gutachten von Prof. Lohre finden sie hier.